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„Jetzt sprechen wir!“ Note: 1,0

„Jetzt sprechen wir!“ Note: 1,0

Folgender Text ist ein Auszug aus der Masterarbeit im Studiengang Soziokulturelle Studien von Julia Nieveler. Samir Annouri und Nuri Şenay von muslime.tv wurden u.a. nach ihren persönlichen Beweggründen für ihre mediale Arbeit befragt. „Jetzt sprechen wir!“ Junge Muslime auf der Suche nach öffentlicher Anerkennung – Drei partizipative Medienprojekte im Vergleich.  (Seite 47-56) 3.2. muslime.tv Im Gegensatz zu dem Projekt muslimische-stimmen.de definieren die Redakteure des Projekts muslime.tv die Kategorie „muslimisch“ religiös. Muslime sind aus dieser Perspektive Menschen, die ihren islamischen Glauben ernst nehmen und aktiv praktizieren. „Muslim-Sein“ ist für Nuri, den Initiator des Projekts, ein aktives Bekenntnis und eine „übergeordnete Identität“: „Also jede Art von nationaler Zuschreibung vor dem Wort Muslim ist, denke ich, nicht im Sinne des Islam. Ich habe so eine Theorie aufgestellt. Die sagt, die muslimische Identität ist eine übergeordnete Identität unter der sich jede andere, weitere kulturelle Identität drunter stellt, aber auf gleicher Augenhöhe. Das heißt, ich würde sagen: ,Ich habe die muslimische Identität, ich lebe mit dieser Identität. In dieser Identität ist die deutsche, die...

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Recht-fertige Meinung: „Mama, ich bin nicht radikal !“

Recht-fertige Meinung: „Mama, ich bin nicht radikal !“

  …das Handy klingelt *Ring* *Ring* :”Hallo?!” “Sag mir, dass Du kein Salafist bist!!!” “Ähm, hallo Mutter zuerst einmal, wie geht es Dir?! Zum zweiten, bitte was?!”…bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich überhaupt noch gar nicht was passiert war. Salafist?! Was soll das sein?! Ehrlicher weise muss ich sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt eine mediale Vollbremsung durchgeführt hatte und so überhaupt gar nicht wusste, was sich im privatstaatlichem und staatstaatlichem Fernsehen so abspielt. “Erkläre mir doch bitte kurz was das Problem ist?!” “Ja diese terroristischen Salafisten missionieren konvertierte Muslime um in den Krieg zu ziehen und um die “Schareiya” in Deutschland einzuführen!” “Wie lange kennen wir uns jetzt?!” “? So lange Du lebst…was ist das denn für eine Frage?” “Sieh mal Mutter, wenn Du mir in den letzten 28 Jahren ausreichend Verstand zugetraut hast, frage ich mich wirklich was ich getan haben muss, dass sich das geändert hat…” “Sei mir bitte nicht böse, ich wollte mir nur sicher sein!”. Ich setzte mich erst einmal hin um zu begreifen...

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Ein Tag wie jeder andere?!

Ein Tag wie jeder andere?!

An einem sonnigen Herbsttag haben mein Mann und ich beschlossen einen Spaziergang entlang des Rheinufers in Richtung Innenstadt zu machen, um die Sonnenstrahlen vor dem Winterbeginn zu genießen und um Energie zu tanken. In der Innenstadt angekommen, sahen wir eine Spendenaktion für Menschen in Syrien, bei der junge engagierte Menschen Leckereien verkauften und die Lebenssituationen der Menschen in Syrien vorbeilaufenden bzw. interessierten Passanten erzählten. Bevor wir uns wieder auf den Rückweg nach Hause machten, gingen wir kurz in ein Modegeschäft. Auf dem Weg nach draußen, wechselte ich von einer Regalwand zur anderen. Beim Vorbeigehen drückte ein junger Mann mit seinem Ellbogen mich weg. Daraufhin drehte ich mich zu ihm um und fragte ihn, warum er dies gemacht hat. Er meinte, dass ich ihn geschnitten hätte. Als ich ihm antwortete, dass ich ihn nicht berührt habe und er absichtlich seinen Ellbogen dazu benutzte, um mich überhaupt berühren zu können, sagte er, dass ich eine Wahrnehmungsstörung hätte. Ich entgegnete ihm, dass ich sein Benehmen unerhört finde und daraufhin ging ich weg. Im...

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„Islamophobi“ -sierung  Konstruktion einer diffusen Angst

„Islamophobi“ -sierung Konstruktion einer diffusen Angst

Ich bin Muslim. Nicht irgendein Muslim. Ich bin deutscher Muslim. Ich bin ein „Konvertit“. Damit gehöre ich wohl zu den gefährlichsten meiner Art. Das komplizierte an mir: in der Öffentlichkeit trete ich immer besonders fromm und höflich auf. Das ist jedoch nur Maskerade. Denn in Wirklichkeit schmiede ich im Untergrund mit gleichgesinnten brutale Terroranschläge. Und natürlich berufe ich mich dabei auf den Islam und wenn ich das vergesse, tun dies die Medien für mich. So oder so ähnlich zeichnet sich in nicht allzu überspitzter Form die derzeitige Debatte über die „Schleichende“ oder auch „Stille Islamisierung“ ab und wird von der „BILD“ bis hin zu Magazinen für Pseudointellektuelle feierlich mit Hochglanzbildern von Bart und Maschinengewehr tragenden, böse dreinblickenden Männern auf schwarzem Hintergrund zelebriert. Das kann Angst machen. Ich muss gestehen: kein Wunder. Als ich vor wenigen Monaten am Frankfurter Hauptbahnhof den „Schmitt & Hahn“ betrat, musste ich mich fast übergeben. Wie eine Mauer so gewaltig sprang mir ein riesiges „SPIEGEL“-Regal, gefühlte fünf Meter lang und zwei Meter hoch, mitten ins...

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