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Veröffentlicht am 21 Sep 2013

„Islamophobi“ -sierung  Konstruktion einer diffusen Angst

„Islamophobi“ -sierung Konstruktion einer diffusen Angst

Ich bin Muslim. Nicht irgendein Muslim. Ich bin deutscher Muslim. Ich bin ein „Konvertit“. Damit gehöre ich wohl zu den gefährlichsten meiner Art. Das komplizierte an mir: in der Öffentlichkeit trete ich immer besonders fromm und höflich auf. Das ist jedoch nur Maskerade. Denn in Wirklichkeit schmiede ich im Untergrund mit gleichgesinnten brutale Terroranschläge. Und natürlich berufe ich mich dabei auf den Islam und wenn ich das vergesse, tun dies die Medien für mich.

So oder so ähnlich zeichnet sich in nicht allzu überspitzter Form die derzeitige Debatte über die „Schleichende“ oder auch „Stille Islamisierung“ ab und wird von der „BILD“ bis hin zu Magazinen für Pseudointellektuelle feierlich mit Hochglanzbildern von Bart und Maschinengewehr tragenden, böse dreinblickenden Männern auf schwarzem Hintergrund zelebriert. Das kann Angst machen. Ich muss gestehen: kein Wunder. Als ich vor wenigen Monaten am Frankfurter Hauptbahnhof den „Schmitt & Hahn“ betrat, musste ich mich fast übergeben. Wie eine Mauer so gewaltig sprang mir ein riesiges „SPIEGEL“-Regal, gefühlte fünf Meter lang und zwei Meter hoch, mitten ins Gesicht.

Es ist verrückt: Da liegen 100 verschiedene Spiegel-Exemplare vor dir und auf 90 von ihnen siehst du das Gleiche: Blut, Waffen, schreiende, bärtige oder verschleierte Gesichter, manchmal die Kaaba in Mekka, einen Koran und darüber zusammengefasst das Ergebnis scharfsinniger Recherche: „Allahs blutiges Land“[1] oder „Mekka Deutschland. Die stille Islamisierung.“[2] Wenige Wochen Später dann, es war trefflicher Weise das islamische „Fest des Fastenbrechens“, „Eid-ul-fitr“, wurde ich von zwei Polizisten, die mit ihrer Kampfausrüstung einen dritten Weltkrieg hätten verhindern – aber sicher auch gewinnen können, um meinen Ausweis gebeten, wieder am Hauptbahnhof, wieder vor „Schmitt & Hahn“. Es sei eine Standard-Ausweiskontrolle, gaben sie mir auf meine Frage hin zur Antwort, ob ihr plötzliches Erscheinen etwas mit meiner traditionell-arabischen Kleidung zu tun habe. Ich nahm es gelassen: sie hatten Angst vor mir. Wahrscheinlich haben sie auch das „Spiegel“-Regal gesehen oder gar ein Exemplar des Nachrichtenmagazins gelesen, wie dies schätzungsweise 6.16 Millionen Deutsche tun.[3]

Worum es mir geht und worum es mir nicht geht
Ich möchte klarstellen, dass das Stilmittel meines Textes bewusst gewählt ist. Der Leser soll dafür sensibilisiert werden, dass das Phänomen „Islam im Westen“ allgemein und „Islam in Deutschland“ speziell in einer Form diskutiert wird, wie man es über die eigene religiöse Lebensweise wahrscheinlich nicht akzeptieren würde. Hierfür ziehe ich beispielsweise die Debatte um die „Schleichende Islamisierung“ heran und stelle sie in Kontrast zur Missionsarbeit der Kirchen und Freikirchen in den sogenannten „islamischen Ländern“. Der Essay kann als Spiegel verstanden werden, um auf meinungsprägende Mechanismen aufmerksam zu machen. Mechanismen, die beim Umgang mit Minderheiten oder ganz grundsätzlich gerne vergessen lassen, dass das, was man kritisiert, sich eigentlich gar nicht allzu sehr von dem unterscheidet, was man zu beschützen versucht. Die Auswahl der Zitate ist dabei selektiv und erhebt keinen Anspruch auf Objektivität. Ich spreche hier nicht über das Christentum und wahrscheinlich noch nicht mal über die Baptisten. Und natürlich gibt es auch Muslime, die radikale Ansichten vertreten. Das steht außer Frage. Dazu kommt, dass ich selbst „beeinflusst“ bin und in die gleiche Falle tappen kann, die ich hier kritisiere. Neutralität ist in diesem Sinne nur schwer umzusetzen. Wir alle haben „Bilder“ im Kopf. Entscheidend ist jedoch die Intention, die innere Einstellung zum Thema. Ich hoffe, dass dies deutlich wurde beziehungsweise wird.

Mit anderen Worten: Manchmal muss man eben ordentlich „auf den Putz hauen“, um zu merken, wie fest die Kruste der Voreingenommenheit sitzt, die einen ständig begleitet. Mich selbst und uns alle.

Konstruktion?!
Ich frage mich: ist eine Angst vor „dem“ Islam berechtigt? Berechtigt zumindest ist die Frage. Denn, so meine These: Wie kann man allen Ernstes vor einer „schleichenden Islamisierung“ der christlich-abendländischen Welt warnen, wenn parallel dazu auf der anderen Seite der Erdkugel eine weniger schleichende als vielmehr trampelnde Christianisierung gezielt, professionell und vor allem öffentlich[4] durchgeführt wird?

Schläfer?
Aber alles der Reihe nach. Als erstes gilt es für mich zu klären, was für ein Bild man mit „Schleichender“ oder „Stiller Islamisierung“ eigentlich zu transportieren versucht. Die Wahl der Worte sind indes keineswegs willkürlich. Denn wenn etwas „still“ ist oder „schleicht“, dann kann man es nicht genau orten. Es ist unkonkret, nicht fassbar. Mit anderen Worten: der böse Muslim lässt sich nicht gleich erkennen. Die Folge: alle stehen plötzlich unter Generalverdacht. Hinter der „Schleichenden Islamisierung“ öffnet sich ein großes, unüberschaubares Spektrum an Interpretationsmöglichkeiten. Im Prinzip kann sich jeder zum Thema äußern, keiner wird etwas falsch machen. Das einzige, was beim Durchschnittsbürger hängen bleibt: „Gefahr! Die Moslems überrollen uns!“ Davon zeugen nicht nur die Forenbeiträge zu Sendungen, die sich direkt oder indirekt mit Muslimen und dem Islam auseinandersetzen.[5]

Nein, auch der renommierte Antisemitismusforscher, Wolfgang Benz, äußert sich bedenklich zu diesem Phänomen: „Wenn man die katholische Kirche historisch nur über das Leid definieren wollte, das päpstliche Kreuzzüge gegen „Ungläubige“ im Mittelalter, Inquisition und Hexenprozesse bis in die Neuzeit über unglückliche Unschuldige gebracht haben (oder heutzutage nur über Priester, die sich an Minderjährigen vergreifen), dann zöge man sich den Vorwurf der Verleumdung zu – die Verallgemeinerung beklagenswerter Auswüchse ist Hetze mit dem Ziel der Diskriminierung. Um die Gefährlichkeit des Islam zu beschwören, agieren ‚Islamkritiker‘ aber unter zunehmendem Applaus mit genau dieser Methode.

Heinrich von Treitschke (1834 – 1896), renommierter deutscher Historiker und populärer Publizist, sah einst in seiner Überfremdungsangst Deutschland von Feinden umringt und durch mangelnde Bereitschaft der jüdischen Minderheit zur Assimilation im Inneren bedroht. Durch Autorität und Beredsamkeit verlieh er dem Antisemitismus Reputation und Schubkraft. Das war 1879, als er den Berliner Antisemitismusstreit auslöste. ‚Aus der unerschöpflichen polnischen Wiege‘, behauptete der Gelehrte, dränge ‚eine Schar strebsamer, Hosen verkaufender Jünglinge herein, deren Kinder und Kindeskinder dereinst Deutschlands Börsen und Zeitungen beherrschen‘ würden.

Die Parallele ist unübersehbar, wenn als taktische Waffe im geargwöhnten Kampf um die „Islamisierung Europas“ heute das Wochenbett der muslimischen Frau beschworen wird.“[6]

Das Maß halten
Der Ausgangspunkt dieses Kapitels war die Beschäftigung mit der Frage nach der Rechtmäßigkeit des Vorwurfs, Muslime würden den Westen „schleichend islamisieren“. Ich möchte eine Analyse anstellen, mit der ich die Unrechtmäßigkeit dieser Beschuldigung zu beweisen versuche.

Fangen wir bei den Büchern an. Der Koran wurde in ca. 100 Sprachen übersetzt, die Bibel in knapp 2500, darunter auch Dialekte, die von nur 100 Menschen gesprochen werden.[7] Alleine in Amerika hat sich die Zahl der Missionare innerhalb der letzten fünf Jahre verfünffacht: von 64.000 auf 346.000.[8] Dabei liegt der Schwerpunkt der Missionare auf den so genannten islamischen Ländern.[9] Jüngstes Beispiel: der Irak: „Gleich nach der militärischen Einnahme kamen die Missionare(…), um Muslime vom christlichen Glauben zu bekehren.“[10]

„Wir tarnen uns als Touristen. Ich nehme diese Brille, färbe die Haare schwarz, falscher Bart usw. (…). Insgesamt haben wir im Irak 10.000 (…) Bibeln verteilt, Kinderbibeln, das Leben von Jesus usw. (…). Wir Christen sind permanent in einem heiligen Krieg.“[11]

Das sagt Tom White. Er ist Baptist und Chef des Unternehmens „The Voice of the Martyrs“, zu deutsch: „Die Stimme der Märtyrer“. Der Name ist Programm. Und das nicht nur auf einem Poster seines Unternehmens, das von „Gottes aggressive Liebe“ spricht. Auch sein Mitarbeiter Todd Nettleton weiß, was er will: „Ja, unsere Tätigkeit kann für einige den Tot bedeuten (…). Aber die Ewigkeit im Himmel zu verbringen statt in der Hölle: das ist doch ein guter Deal, oder? Selbst wenn es vielleicht zu körperlicher Bestrafung hier auf der Erde kommt.“[12]

Steve Hardy von der Southern Baptist Convention setzt noch einen drauf: „Die Imame haben Angst. Wenn sich das Christentum hier (im Irak) durchsetzt, wird es sich überall im Nahen Osten verbreiten. Im Moment gibt es für uns keinen Ort, der strategischer für uns ist als der Irak“[13]

Das nenne ich eine klare Vorstellung davon zu haben, wie man es im eigenen Land nicht haben möchte.[14] Zudem unterstützte die Southern Baptist Osten den Krieg von G. W. Bush, dem ehemaligen Präsidenten der USA. Bush: „Sie repräsentieren über 16 Mio. Baptisten im ganzen Land und dazu noch die vielen Missionare fern unserer Heimat. Und alle fühlen sich berufen, das Wort des Herrn zu verbreiten und Gottes Königreich zu verkünden“.[15]

Alfred Ross vom Institute for Democracy Studies: „Geoge Bush hat von einem Kreuzzug gesprochen und es gibt eine wachsende Schar von rechten Fundamentalisten in den höchsten Regierungskreisen, die das Ganze als einen heiligen Krieg gegen den Islam betrachten.“[16]

Einer von ihnen, so der Moderator, sei General William Boykin. Er arbeitet für das Pentagon. Daneben Predigt er bei Baptisten[17] und – leider kann man es nicht anders sagen – indoktriniert diese beispielsweise mit Sätzen, wie: „Mein Gott ist größer als seiner.“ Oder: „Sein Gott ist ein falscher Gott, ein Götze.“[18] Das Ergebnis: Mitglieder der Babtist Church Broken Arrow äußern sich für meinen Geschmack überaus unausgewogen über Muslime und den Islam: „Ich bin bereit zu sterben. Ich würde auch in den Irak, wenn es den Tod bedeutet.“[19]

Der Herr, der diese Worte sprach, saß währenddessen in einer Gruppe von mehreren jungen Männern, Frauen und Kindern, die seine Worte allesamt teilnahmslos hinnahmen, als hörten sie dies öfters. Ich glaube, nur mal angenommen, wenn uns das ARD-Panorama-Team in unserer Gemeinde besuchen käme und ich würde, neben einigen Gemeindemitgliedern sitzend, das gleiche lächelnd in die Kamera sagen… ich glaube, dann müsste ich Urlaub in Kuba machen.

Andere Gemeindemitglieder: „Es ist ein Religionskrieg. Sie hassen nicht uns, sondern unseren Gott.“[21]

Nun ist es aber so, dass Muslime an den gleichen Gott glauben, wie es die Christen tun. Nämlich eben an den Einen, der alles erschaffen hat. Der Islam kennt nicht nur Jesus und viele Propheten, die sich in der Bibel[22] finden, nein, Muslime lieben sie auch alle und machen keinen Unterschied zwischen ihnen.[23]

Es liegt demnach ein Problem im Kern der Sache: es herrscht ein unerträgliches Maß an Unwissenheit und Ignoranz gegenüber der jeweils anderen Religion. „Authentisches Wissen übereinander ist demzufolge eines der wichtigsten Fundamente für den Abbau gegenseitiger Ängste und Abneigungen.“[24] Gerade deswegen ist es für mich so schwer nachzuvollziehen, dass ein derartiges Gedankengut von Menschen diesen Ranges kommuniziert wird. Man kann ja noch so auf muslimische „Hassprediger“ schimpfen, die im Hinterhof ihre fiesen Gedanken propagieren, sie hört und kennt ja doch kaum einer. Aber einen General des Pentagon oder gar den (ehemaligen) Präsidenten der USA – die kennt und hört man.

Geht es um den Islam?
So lautet die Überschrift eines Artikels der Islamischen Zeitung (IZ).[25] Ich muss gestehen: diese Frage stelle ich mir auch. Oder anders: „Was und wie hat der Islam zu sein und wer hat dies zu bestimmen?“

„Der Diskurs über Kopftuch und Minarett – als Symbole einer fundamental abgelehnten und als bedrohlich gebrandmarkten Kultur – wird in dieser Deutlichkeit in der Teilöffentlichkeit des Internets geführt. Aber seine Ausweitung ist längst im Gange. Die Gleichsetzung deutscher Bürger muslimischer Religion mit fanatisierten Terroristen hat Methode und wird mit dem Appell an das gesunde Volksempfinden, an das Rechthaben der Mehrheit inszeniert. Der symbolische Diskurs über Minarette ist in Wirklichkeit eine Kampagne gegen Menschen, die als Mitglieder einer Gruppe diskriminiert werden, eine Kampfansage gegen Toleranz und Demokratie.“[26]

Da kam mir folgendes Comic für Kinder, empfohlen für den Schulunterricht(!), kostenlos aus dem Internet herunterzuladen oder zu bestellen,[27] gerade Recht. Es gliedert sich ein in eine Reihe von Versuchen, denen ich nicht einmal eine böse Absicht unterstelle, jedoch eine naive Ignoranz, fehlende Aufrichtigkeit und Oberflächlichkeit, etwas gegen Extremismus unternehmen zu wollen und sich dabei selbst extremistischer Methoden zu bedienen:[28]

„Es ist sehr wichtig, zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden.
Islamismus ist (…) eine politische Ideologie, die sich auf den Islam beruft. Nach islamistischer Vorstellung hat Gott – arabisch: Allah[29] – mit seiner Offenbarung an den Propheten Mohammed den Menschen eine perfekte Anleitung für alle Lebensbereiche, auch für die Gesellschaft und die Politik, gegeben. Islamisten bezeichnen den Koran deshalb auch als ihr ‚Grundgesetz‘. Wenn die Bestimmungen des Koran zu hundert Prozent befolgt würden, wären alle Probleme gelöst, so glauben Islamisten, und es gäbe weder Armut noch Arbeitslosigkeit oder irgend eine Ungerechtigkeit.“[30]

Nach dieser Definition bin ich und sind wahrscheinlich 95 Prozent[31] aller den Islam praktizierenden Muslime „islamistisch“, also „extremistisch“, latent demokratiefeindlich, ergo gefährlich. Denn wie der Innenminister von Nordrhein-Westfalen und Herausgeber des Comics, Dr. Ingo Wolf (FDP), in seinem Präambel bedauerlicherweise feststellt: „Dabei geht es ganz klar nicht um den Islam als Religion, sondern um den religiösen Extremismus einer gefährlichen Minderheit!“[32]

Das Heikle an dieser Darstellung: das Fundament – also das, was im eigentlichen Sinne den Islam ausmacht – wird als „gefährlich“ etikettiert. Das ist erst einmal schwer zu verdauen. Redaktion des Comics ist übrigens der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen. Irgendwie interessant. Man könne schier meinen, hier läge eine Interessensgemeinschaft vor. Es ließe sich unterstellen, hier habe „jemand“ die Hoffnung gehegt, zukünftige „Islamisten“-Petzen zu züchten, überspitzt und bösartig formuliert. Wie auch immer. Es wird auf eine unorthodoxe Art schon bei den Jüngsten – der Zielgruppe des Comics – versucht zu verbreiten, was ein „guter“ Muslim zu sein hat und wie der „böse“ Muslim zu entlarven sei. Mit anderen Worten macht es ein Autor der Islamischen Zeitung deutlich: „Die gewaltige Dialektik gegen die Muslime kaschiert nicht nur die Diskriminierung der deutschen Muslime, sondern untermauert gleichzeitig den Machtanspruch auf die Definitionshoheit, was aus Sicht der Mehrheit, ein ‚guter‘ Muslim oder der ‚wahre‘ Islam künftig noch ist“.[33]

Und wenn sich der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen mit den „ANDI-Comics“ schon auf die Fahne schreibt, Kämpfer „für Demokratie und gegen Extremismus“ zu sein, dann sollte ein wichtiges Comic nicht fehlen: „Das radikale Christentum.“ Mit dem Inhalt: „Man muss unterscheiden zwischen radikalem Christentum und dem normalen Christentum. Der radikale Christ – anders als der Normale – ist davon überzeugt, dass nur wer an Jesus Christus als Erlöser glaubt vor der Strafe des Höllenfeuers bewahrt bleibt. Der normale weiß es nicht. Aber zum Glück sind die radikalen Christen nur eine gefährliche Minderheit.“

Folgenden Umstand habe ich zudem noch gar nicht berücksichtigt: die Bertelsmann Stiftung mit ihrem Religionsmonitor 2008 „Muslimische Religiosität in Deutschland“. Interessant ist diese Studie deshalb, weil das Ergebnis im völligen Widerspruch zu den Kernaussagen des Comics steht. Das zeigt bereits die zweiteilige Überschrift einer Pressemeldung aus Gütersloh vom 26.09.2008, mit der die Studie auf der offiziellen Internetseite der Bertelsmann Stiftung eingeleitet wird. Sie lautet zum einen: „Muslime in Deutschland sind sehr religiös und orientieren sich auch im Alltag an ihren Glaubensvorstellungen.“[34]

Mit anderen Worten: Muslime versuchen den Koran und die Lebensweise des Propheten Muhammad so gut es geht – wenn möglich „zu hundert Prozent“ – zu befolgen. Laut des Comics müssten jetzt alle Alarmglocken rot aufleuchten. Denn der Muslim, der im Koran und der Lebensweise des Propheten Muhammad die „Lösung aller Probleme“ sieht, ist „Islamist“, eine „gefährliche Minderheit“. Aber eben das zeichnet den Grad der Religiosität aus: die Befolgung der Lehre.

Der zweite Teil der Überschrift: „Hohes Maß an religiöser Toleranz – Wenig Einfluss auf die Politik – Große Vielfalt zwischen Glaubensrichtungen und Herkunftsländern.“[35] Hier also das Ergebnis der „sehr religiösen“ und sich „auch im Alltag an ihren Glaubensvorstellungen“ orientierenden Muslimen: nicht Radikal, nicht gefährlich und schon gar keine Minderheit. Im Gegenteil: je religiöser desto toleranter! Und religiös sind laut Studie immerhin 90 Prozent der in Deutschland lebenden Muslime.[36[

Wenn ich von einer naiven Ignoranz, von fehlender Aufrichtigkeit und Oberflächlichkeit spreche, dann meine ich damit vor allem den Missstand, dass beispielsweise Studien wie die der Bertelsmann Stiftung schlicht weg unberücksichtigt bleiben. Zum anderen meine ich die damit einhergehende Leichtfertigkeit, wie mit „Bildern“ über den Islam umgegangen wird, ohne die Folgen ernsthaft in Betracht gezogen zu haben.[37] Und eine Folge ist eben die diffuse Angst vor dem Islam.

Übrigens habe ich Frau Dr. Schiffer, Leiterin des Institutes für Medienverantwortung und Autorin des Buches „Die Darstellung des Islam in der Presse“ auf die Comics hin angeschrieben. Dankenswerter Weise antwortete Sie mir sehr zeitnah. Sie kenne die Comics bereits, schrieb sie mir, und: „Islamophobie ist ein unterschwelliger, inzwischen tief verankerter Rassismus, der kaum noch selbstkritisch analysiert wird.“[39]

Na, was ein Glück, dass es die Integrationslotsenausbildung gibt.

Problem?
„Wir müssen sie (die Muslime) besiegen. Sie wollen uns töten. Schließlich haben sie 3.000 von uns umgebracht. Und dann sollen alle Iraker Christen werden, alle im Nahen Osten.“[40]

„Die Verallgemeinerung beklagenswerter Auswüchse ist Hetze.“[41] Mir geht es dabei weniger um die „Hetze“ als vielmehr um die „Verallgemeinerung beklagenswerter Auswüchse“, also der Verallgemeinerung von Einzelfällen. Demnach liegt ein Problem im Prinzip des pars pro toto, also darin, dass in einer Vielzahl von Fällen vom Einzelnen auf ein Ganzes geschlossen wird. Am Beispiel des oben angefügten Zitates: „Sie wollen uns töten. Schließlich haben sie 3000 von uns umgebracht.“ Der US-Bürger meint mit dem „sie“ des zweiten Satzes wohl die Mörder des 11. Septembers. Mit dem „sie“ des ersten Satzes hingegen die Muslime allgemein. Wenn Muslime die Mörder des 11. Septembers waren, dann sind alle Muslime Mörder – so die Logik. Ein anderes, Deutschland betreffendes, Beispiel: Die so genannten „Ehrenmorde“. Dazu Dr. Samir Suleiman: „Diese (die Ehrenmorde) haben mit der Lehre des Islam ebenso wenig gemein wie entsprechende ‚Ehrenmorde‘ beispielsweise in sizilianisch-katholischen, griechisch-orthodoxen oder arabisch-christlichen Familien mit dem Christentum. Letztgenannte ‚Ehrenmorde‘ werden im Westen jedoch ebenso wie vergleichbare Gewaltausbrüche in nicht-muslimischen deutschen Familien als ‚Familiendramen‘, als „Morde aus Eifersucht“ oder ähnliches bezeichnet und damit individualisiert. Sie werden folglich zwar als bedauerlich, nicht jedoch als die Mehrheitsgesellschaft betreffend angesehen. Im Gegensatz dazu sind viele westliche Beobachter bei ‚Ehrenmorden‘, die sich in einigen muslimischen Familien ereignen, allen Fakten zum Trotz dazu geneigt, diese immer wieder mit dem Islam erklären zu wollen.“[42]

Lösung?
Wie sie nicht aussehen kann und darf
Eines kann ich mit Bestimmtheit sagen: Die Lösung findet sich nicht in Prof. Dr. Arnulf Barings Worten wieder, der gegen Ende der Sendung „Hart aber Fair“ vom 26.09.2007[43] auf die Frage von Frau Özlem Nas,[44[ worin denn nun die Lösung für die „Problemsituation Islam“ liege, wörtlich zur Antwort gab, dass sie darin liege „dass im Laufe von Generationen – nicht von heute auf morgen(…) – auch ihre Kinder und Enkel das Kopftuch ablegen, auch wenn sie die religiöse Überzeugung behalten, weil dann ein moderner Islam sie beseelt und nicht mehr die fanatische oder fanatisch missdeutbare Form, in der sie heute noch leben.“[45] An anderer Stelle der Sendung sagte Baring, er würde es viel eher bevorzugen mit Frau Özlem Nas zu sprechen, würde sie ihr Kopftuch ausziehen. [46]

Da diese Situation so irrwitzig pervers ist, muss ich sie kurz zusammenfassen: es sitzen kaum eine Handvoll sorgfältig auserlesene Doktoren, Historiker und Wissenschaftler zusammen und philosophieren knapp zwei Stunden über den tragischen Zustand fehlintegrierter Problememacher (Ich rede in erster Linie von Wolfgang Bosbach (CDU rechts (ganz weit) außen) und Arnulf Baring). Da soll man doch meinen dürfen, es gäbe der vermeidlichen Kompetenz entsprechend auch den ein oder anderen konstruktiven Lösungsvorschlag. Immerhin ist das ihr Job, oder!? Und dann so eine Antwort. Das geht nicht! Wo kämen wir hin, würden alle Menschen für den Selbstverwirklichungszweck ihrer individuellen Omnipotenz-Fantasien ständig die so hoch gelobte Verfassung mit Füßen treten, die sie ja ursprünglich beschützen wollten? Aber wehe, wir erreichen diese Zeit – und Gott möge uns davor bewahren – und ich sehe dann noch eine Nonne mit Schleier, einen Buddhist mit orangefarbenem Gewand, einen Punker mit Ohrring oder einen Baring am Rednerpult.[47]

Nebenbei findet sich in Barings Worten ebenfalls der „Machtanspruch auf die Definitionshoheit“ wieder, was „ein „guter“ Muslim oder der „wahre“ Islam künftig noch ist.“[48] „Modern“ sei er nämlich und kopftuchlos. Das sich aus seiner Formulierung heraus ergebene Paradox, „die religiöse Überzeugung (zu) behalten“ und gleichzeitig das Kopftuch ausziehen zu müssen, zeugt von der Borniertheit der gesamten Debatte. Das Kopftuch selbst ist nämlich Teil der religiösen Überzeugung.

Wie sie aussehen könnte
Im Prinzip habe ich eine mögliche Lösung bereits mehrfach angeschnitten: „Miteinander reden, nicht übereinander.“ Das gestaltet sich natürlich nicht immer so einfach, deswegen hier ein paar Ratschläge:

Informieren Sie sich über den Islam, aber richtig. Wenn Sie eine Frage zum Islam haben, fragen Sie Muslime. Einfach ansprechen, wir beißen nicht. Verlassen Sie sich nicht auf Informationen, die Sie über die Medien aufgenommen haben. In diesem Zusammenhang empfehle ich das Buch „Der Islam muss kein Rätsel sein“[49] von Samir Suleiman, den ich hier bereits mehrfach zitiert habe. Sein Buch ist deshalb so besonders und wichtig, weil es den Islam aus dem Selbstverständnis der Muslime heraus präsentiert und eben nicht aus irgendeinem anderen. Wer sich das Wissen dieses Buches aneignet, schafft sich eine ausgewogene Basis für einen gesunden Dialog. Denn wer sein Gegenüber kennt, brauch keine Angst vor ihm zu haben.

Lesen und hören Sie Jürgen Todenhöfer. Mit seinem Buch „Warum tötest du, Zaid“[50] beschreibt er eindrucksvoll, wie wichtig es ist, seinen Verstand zu gebrauchen. Es reicht nunmal nicht aus, sich vom Fernseher berieseln zu lassen und dann zu glauben, die Welt verstanden zu haben. Aufrichtiger Dialog heißt eben auch Arbeit und Überwindung.[51] Und wer das Buch nicht lesen möchte oder noch mehr wissen will, der kann sich das äußerst sehenswerte Interview, ausgestrahlt am 08.03.2009 im HR-Fernsehen, mit Jürgen Todenhöfer ansehen.[52] Hier spricht er über sein Buch und ist dabei für Menschen seines Bekanntheitsgrades ungewohnt Ehrlich und authentisch, wenn ich das so sagen darf. Seine Lösung: alle an einen Tisch, miteinander reden – nach der alten Schule eben.

Und natürlich, sonst hätte dieser ganze Essay keinen Sinn, eine weitere, schöne Möglichkeit, den aufrichtigen Dialog in die Tat umzusetzen: Die Integrationslotsenausbildung. Sie ist der Beweis, dass das miteinander Reden unglaublich befruchtend sein kann. In jeder Hinsicht ein Erfolg. Wenn wir es schaffen, Organisationen übergreifend die Hemmschwelle vor dem Anderen abzubauen – und das ist ja ein Anspruch dieser Ausbildung – dann ist dies ein Schritt in die richtige Richtung.

Abschließen möchte ich mit einem Zitat des Schwiegersohns des Propheten Muhammad (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) und ehemaligen Kalifen (656-661), Ali Ibn Abi Talib: „Der Mensch ist Feind dessen, was er nicht kennt.“

Fußnoten:
[1] Spiegel 2/2003
[2] Spiegel 13/2007
[3] Reichweiten MA 2009 Pressemedien, Internetquelle:  Zugriffsdatum: 03.01.10
[4] Die Missionarsschulen machen keinen Hehl aus ihrer Arbeit. Alle Zahlen werden veröffentlicht: wie viele Christen wurden ausgebildet, in wie viele Länder wurden die Missionare entsandt usw.?
[5] Siehe beispielsweise Gästebucheinträge zu „Hart aber fair“: ‚Bombenbauer in Nachbars Garage. Wie gefährlich sind die Glaubenskrieger?’“ vom 26.09.07. Oder: „Hart aber Fair: ‚Schock-Entscheidung zum Minarettverbot – wie tief sitzt die Angst vor dem Islam?’“ vom 02.12.09. Zwei Beispiele aus den Foren: „Einer „Religion“ wie dem Islam, die untrennbar an eine weltliche Ordnung geknüpft ist, an Scharia, Dschihad und Umma, kann in unserer Gesellschaft keine „Freiheit“ gewährt werden. Zwangsverheiratung, Ehrenmorde, Genitalverstümmelung, Geschlechtertrennung, Kopftuch, Polygamie, Halal-Schlachtung und vieles (Schlimmere) mehr, das untrennbar mit dem Islam verbunden ist (ich habe den Koran und die Hadithe gelesen!) darf niemals in Europa Fuss fassen!“ oder: „Wenn die Moslems in Deutschland ein paar Hunderttausend wären, würde sich die Gesellschaft nicht allzugroße Gedanken darüber machen. Was die Leute für unser Land ängstigt, ist die exponentielle Zunahme dieser aggressiven Religion und dazu passend agressive Reden wie: „Dieses Land wird eines Tages unseres sein“ u.ä. Ich erwarte von „meiner“ Regierung, daß sie deutsche – und damit meine – Interessen vertritt und eine Zunahme durch weitere Zuwanderung (Familienzusammenführungen, Asylanten und was auch immer) verhindert.“
[6] Benz, Wolfgang: Islamfeindlichkeit als Kampfansage gegen Demokratie und Toleranz. In: Süddeutsche Zeitung vom 04.01.10. Gelesen auf islam.de, Zugriffsdatum: 06.01.10
[7] Vgl. Spiegel 52/2009
[8] Vgl. Spiegel Online: „Christliche US-Missionare. Kann man auch außerirdische bekehren?“, Internetquelle:, Zugriffsdatum: 03.01.10
[9] Vgl. ebd.
[10] Sendung Panorama: „Töten im Namen des Christentum“, Internetquelle:http://www.youtube.com/watch?v=drB8tuGO_VU&feature=related, Zugriffsdatum: 03.01.10
[11] Ebd.
[12] Ebd.
[13] Ebd.
[14] Das gilt nicht nur für die USA. Auch Europa entsendet tausende Missionare in die Welt hinaus. Alleine aus Deutschland kommen nach Hochrechnungen des dkmr (Deutscher Katholischer MissionsRat) aktuell 2400 Missionare (Stand: Mai 2009), Internetquelle: http://www.dkmr.de/missiondt/index.php, Zugriffsdatum: 10.03.10
[15] Sendung Panorama: „Töten im Namen des Christentum“
[16] Ebd.
[17] Im Beitrag wurde der Spieß umgedreht. Dort hieß es „Radikale Baptisten.“ Das „Radikal“ wurde dabei im Zusammenhang mit dem Islam die meiste Zeit gemieden.
[18] Sendung Panorama: „Töten im Namen des Christentum“
[19] Eine der Gemeinden, bei denen der General predigt.
[20] Ebd.
[21] Sendung Panorama: „Töten im Namen des Christentum“
[22] Wie z.B.: Adam, Noah, Abraham, Ismael, Isaak, Jakob, Moses, Zacharias, Johannes und viele andere mehr (Frieden sei auf ihnen allen).
[23] Koran 2:283: „Der Gesandte (Allahs) glaubt an das, was zu ihm von seinem Herrn (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, und ebenso die Gläubigen; alle glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher und Seine Gesandten – Wir machen keinen Unterschied bei jemandem von Seinen Gesandten.“
[24] Suleiman, Samir 2009, S 241
[25] IZ 175. AUSGABE, Januar 2010
[26] Benz, Wolfgang: Islamfeindlichkeit als Kampfansage gegen Demokratie und Toleranz.
[27] Bis zu 100 Exemplare. Selbst das Porto bekommt man geschenkt (Das soll keine Kaufempfehlung sein. Im Gegenteil: eher möchte ich aufzeigen, dass dies das Interesse des Herausgebers unterstreicht, dieses (Un-)Wissen zu verbreiten.
[28] Wie dies Benz feststellte: siehe weiter oben.
[29] Interessant, dass hier „Allah“ im Zusammenhang mit „Islamisten“ genannt wird. Als wolle man unterstellen, dass „Allah“ der Gott der „radikalen“ Muslime sei. Man bedenke jedoch, dass Christen und Juden im arabischsprachigen Raum ebenfalls „Allah“ zu „Gott“ sagen.
[30] Andi_2 2008, S. 9.
[31] Eigene Schätzung.
[32] Ebd. S. 2.
[33] IZ 175. AUSGABE, Januar 2010.
[34] Bertelsmann Stiftung:: Pressemeldung Gütersloh, 26.09.2008, Internetquelle:http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/bst/hs.xsl/nachrichten_90459.htm, Zugriffsdatum: 14.01.10
[35] Ebd.
[36] Vgl. ebd.
[37] Mit der Frage „Wer sagt was, warum, mit welchen Folgen für wen?“ ließen sich darüber hinaus bestimmt auch noch andere interessante Motivationen für einen derartigen Diskurs erforschen.
[38] Schiffer, Sabine 2005.
[39 Die ganze Antwort:
Betreff: Fw: Comic über Islam vom Verfassungsschutzes und des Innenministeriums des Landes
Nordrhein-Westfalen.
Von: „Sabine Schiffer“ <schiffer@medienverantwortung.de>
Datum: Sat, 09 Jan 2010 18:24:59 +0100
An: xxx
Ja, lieber Herr Herrmann,
der Comic ist mir bekannt – wie auch diese ganze unsägliche Ausstellung. Als ich die sah und den Comic kritisierte war mir klar, dass ich bald auch im Verfassungsschutzbericht stehen werde, denn Islamophobie ist ein unterschwelliger, inzwischen tief verankerter Rassismus, der kaum noch selbstkritisch analysiert wird. Ich gelte ja da als unliebsamer Denunziator: http://www.medienverantwortung.de/das-institut/der-prozess/. Andi verfährt dabei nach dem Muster – der ist nicht so schlimm, wie ALLE ANDEREN. Dieser Rassismus ist kaum subtiler als der ganz offene… Ich bin gerade im Moment etwas überfordert, weil niemand diese Expertise will. Natürlich bleiben wir kritisch an dem Thema dran – solange man uns noch lässt…
Überlasteten, aber noch nicht hoffnungslosen Gruss!
Sabine Schiffer
[40] Sendung Panorama: „Töten im Namen des Christentum“
[41] Benz, Wolfgang: Islamfeindlichkeit als Kampfansage gegen Demokratie und Toleranz.
[42] Suleiman, Samir 2009, S 208.
[43] Mit dem Titel: „Bombenbauer in Nachbars Garage – wie gefährlich sind die Glaubenskrieger?“
[44] Einzige Frau in der Runde und koptuchtragenden Muslima.
[45] ARD „Hart aber Fair“ vom 26.09.2007.
[46] Vgl. ebd. Ob er dies auch von einer Ordensschwester oder Nonne fordern würde, ist fraglich.
[47] Das ist eine ausdrücklich rein rhetorisch zu verstehende Formulierung. Es geht mir um Gleichwertigkeit und eine sensiblere Behandlung des Themas. Ich möchte nicht falsch verstanden werden.
[48] Siehe weiter oben.
[49] Suleiman, Samir 2009
[52]Todenhöfer, Jürgen 2008
[51] Die oben genannte Gemeinde (www.islam-infoservice.de) bietet für Schulklassen, Kirchen und allen Interessenten Moscheeführungen und andere Dialogveranstaltungen an, um sich gegenseitig kennen zu lernen.
[52] Geben Sie bei Google einfach „Sonntagsgespräch Jürgen Todenhöfer“ ein. Der erste Treffer führt zum gewünschten Interview.

Benutzte Quellen
Literatur
– Schiffer, Sabine, Die Darstellung des Islams in der Presse. Sprache, Bilder, Suggestionen. Eine Auswahl von Techniken und Beispielen: Würzburg. Ergon Verlag 2005.
– Suleiman, Samir, Der Islam muss kein Rätsel sein: Aachen. Shaker Media 2009
– Todenhöfer, Jürgen, Warum tötest du, Zaid: München. Bertelsmann 2008

Magazine, Zeitungen
− Islamische Zeitung, 175. AUSGABE, Januar 2010, auch im Internet vertreten: www.islamische-zeitung.de
− Spiegel 2/2003
− Spiegel 13/2007

Internetquellen
– ARD „Hart aber Fair“ vom 26.09.2007, Thema: „Bombenbauer in Nachbars Garage – wie gefährlich sind die Glaubenskrieger?“, Internetquelle: http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/sendungen/2007/20070926.php5. Die Videoquelle ist nicht mehr über den ARD-Server zu erreichen. Alternativ: Geben Sie bei www.youtube.com „Hart aber Fair mit Pierre Vogel vom 26 09 2007“ ein. Zugriffsdatum: 13.01.10
– ARD „Hart aber Fair“ vom 02.12.2009, Thema: „Schock-Entscheidung zum Minarettverbot -wie tief sitzt die Angst vor dem Islam?“, Internetquelle („Hinweis: Leider wurde dieser Artikel aus der Mediathek entfernt.“): Zugriffsdatum: 13.01.10
– ARD Sendung „Panorama“, „Töten im Namen des Christentum“, Internetquelle: , Zugriffsdatum: 03.01.10
– Benz, Wolfgang, Islamfeindlichkeit als Kampfansage gegen Demokratie und Toleranz. In: Süddeutsche Zeitung vom 04.01.10. Gelesen bei www.islam.de:
http://www.islam.de/15148.php, Zugriffsdatum: 06.01.10
– Bertelsmann Stiftung, Religionsmonitor 2008 – „Muslimische Religiosität in Deutschland“, Internetquelle: http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/bst/hs.xsl/nachrichten_90459.htm, Zugriffsdatum: 14.01.10
– Deutscher Katholischer MissionsRat (dkmr), Aus Deutschland kommende Missionare. Eine Hochrechnungen des dkmr, Internetquelle:http://www.dkmr.de/missiondt/index.php, Zugriffsdatum: 09.01.10
– HR Fernsehen „Das Sonntagsgespräch“ mit Jürgen Todenhöfer vom 08.03.2009, Internetquelle: („Hinweis: Leider wurde dieser Artikel aus der Mediathek entfernt.“), Zugriffsdatum: 13.01.10
– Reichweiten MA 2009 Pressemedien, Internetquelle: http://ma.bik-gmbh.de/burda/rw/0kV10?VV=0&ZG1=0&ZG2=0&x=74&y=10, Zugriffsdatum: 03.01.10
– Spiegel Online, „Christliche US-Missionare. Kann man auch außerirdische bekehren?“, Internetquelle:, Zugriffsdatum: 03.01.10
– Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen, Andi 2. Comics für Demokratie und gegen Extremismus: Köln. Moeker-Merkur Druck GmbH 2008, Internetquelle:http://www.andi.nrw.de/andi2/Comic/andi2_comic.htm, Zugriffsdatum: 09.01.10
– www.islam-infoservice.de, Deutschsprachige, im interreligiösen Dialog engagierte, islamische Gemeinde.

Asiya Nachname aus Frankfurt schrieb am 29.07.2010

Sehr guter Artikel, alles auf den Punkt gebracht! Wir differenzieren nicht: www.ja-zur-differenzierung.com

Wassalam

Nachname aus Ort schrieb am 21.07.2010
Sehr guter Artikel!
Rudolf Steinmetz aus München schrieb am 21.07.2010
Das vorgestellte Problem der „Islamophobie“ ist grundsätzlich zutreffend, die Schlußfolgerung jedoch nicht. Denn die notorische Islamfeindlichkeit des Westens ist ja in dessen „Aufklärung“ begründet, nach welcher der Mensch ja das Maß aller Dinge ist, und nicht mehr Gott. Einer solche Aufklärung hat sich der Islam bisher verweigert (auch Minderheiten bei den Christen), und soll sie nun gefälligst nachholen. In diesen Ruf nach einem „aufgeklärten“ Euro-Islam stimmen ja nicht wenige „gelehrte“ Muslime ein! Deshalb wird also das Kesseltreiben gegen Muslime munter weiter gehen, und es werden sich genügend Zerrbilder dafür finden lassen, um es zu begründen. Entweder man geht dagegen massiv an per Interessensvertretung (und dafür sind die Muslime institutionell zu schwach) oder man zieht sich zurück in die Verborgenheit. Übrigens ging der Niedergang des Christentums (und auch Europas) einher mit dem Niedergang der Mönchsorden, dem eigentlichen Fundament des Abendlandes. Das gleiche blüht auch dem Islam, dessen Tariqats (innere Entwicklungswege) sich erschöpfen, und zuletzt im osmanischen Reich ihren letzten Höhepunkt hatten. Was tröstet: wo zunimmt die Dunkelheit, da nimmt auch zu das Licht, doch die meisten sehen es nicht.
Mour Nachname aus Frankfurt schrieb am 20.10.2010
Der Artikel beginnt vielversprechend und bleibt dann unausgegoren im Leeren stehen, leider…
Transaktionsanalytisch könnte man sagen: er beginnt im Erwachsenen-Ich und endet im Kind-Ich.
Das Problem der Islamophobie in einer medialen Konstruktion mit selbstreferentiellem Impact auf die Gesellschaft zu verorten ist zu reduktionistisch…
Natürlich gibt es eine übertreibende Angstmache, aber sie hat ein reales Fundament und das ist der sich immer mehr nach aussen hin verortende islamische Dogmatismus, der Resultat einer Säkularisationphobie ist. Das bedeutet, dass beide Phobien sich gegenseitig bedingen. Eine polyzentrisch angelegte Gesellschaft kann Absolutsansprüche nur noch in privatisierter Form verkraften. Dies ist gemeint, wenn gesellschaftliche Relevanz eines Glaubenssystems abgelehnt wird (Frauen und Männer sind zu trennen).

Der Hinweis auf christliche Fundamentalisten in den USA ist selbstentlarvend. Hier hätten wir das kindlichste der Analyse: „Aber guck mal, was die anderen da machen“. Zumal die Missionierung kaum noch ein europäisches Thema ist. (Die Amerikaner haben ein anderes Verständnis vom Christentum, namentlich die Werkgerechtigkeit; hier würde ich Max Weber zur Lektüre empfehlen)

Ohne eine kritische Selbstanalyse ist der Vorschlag von hermeneutisch angelegten Geprächen ein Beruhigungsvorschlag und kein Lösungsvorschlag.

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